Leben & Prozess

Tomáš Uhorčík – der Räuberhauptmann, der Jánošík zum Zbojník machte

Ohne ihn hätte es den Räuber Jánošík wohl nie gegeben. Tomáš Uhorčík holte den jungen Terchovaer in die Bande, tauchte als „Martin Mravec“ in Klenovec unter – und starb wenige Wochen nach ihm auf dem Rad.

Aktualisiert: 8 Min. Lesezeit12 Quellen
Bescheidenes Holzhaus in den bewaldeten Hügeln über Klenovec in der Abenddämmerung, ein Mann von hinten an der offenen Tür
Bescheidenes Holzhaus in den bewaldeten Hügeln über Klenovec in der Abenddämmerung, ein Mann von hinten an der offenen Tür KI-Illustration, keine historische Abbildung

Tomáš Uhorčík (um 1674 – 1713), Deckname „Martin Mravec“, war der ältere Räuberhauptmann aus Predmier bei Turzovka, der Juraj Jánošík 1711 in seine Bande holte. Die beiden kannten sich aus Bytča, wo Uhorčík gefangen saß und Jánošík Wache stand. Als Uhorčík sich unter falschem Namen in Klenovec niederließ, übernahm Jánošík die Bande; im April 1713 wurde Uhorčík nach einem Prozess vor dem Liptauer Komitatsgericht gerädert1567.

In fast jeder Erzählung über Jánošík taucht er auf – und fast immer nur am Rand: als der Mann, der dem Helden die Tür zum Räuberleben öffnet und dann aus der Geschichte verschwindet. Dabei war Uhorčík schon Räuber, als Jánošík noch ein Halbwüchsiger war. Er gründete die Gruppe, die später Jánošíks Namen trug, er warb ihn an, und er teilte am Ende sein Schicksal.

Herkunft: ein Kysucer aus Predmier

Tomáš Uhorčík kam aus Predmier, einem Ort, der heute zur Stadt Turzovka im Nordwesten der Slowakei gehört37. Die Region Kysuce an der Grenze zu Schlesien und Mähren war damals Teil des Komitats Trenčín (dt. Trentschin) im Königreich Ungarn. Als Geburtsjahr gibt die slowakische Wikipedia 1674 an; der Historiker Marián Liščák vom Kysuce-Museum schreibt vorsichtiger „um 1674“13. Ein Taufeintrag wird nicht zitiert; die Jahreszahl ist eine Näherung.

Damit war Uhorčík rund vierzehn Jahre älter als Jánošík, der am 25. Januar 1688 in Varín getauft wurde7 – ein erfahrener Mann, kein Altersgenosse.

Seine Heimat war kein zufälliger Ausgangspunkt. Der Historiker Ivan Mrva hält fest, dass die Kysuce einen großen Teil von Jánošíks Bande stellten; noch 1740 nannte der Gelehrte Matej Bel das Dorf Vysoká nad Kysucou ein „Räubernest“6. Unter den Bandenmitgliedern, die Jánošík und Uhorčík in ihren Verhören nannten, finden sich ein Bartek aus Predmier und ein Adam Šušolka aus Turzovka7.

Räuber seit 1703: Krieg als Nährboden

Wann genau Uhorčík zum ersten Mal raubte, ist nicht auf den Tag bekannt. Die Gemeinde Klenovec schreibt, er sei seit 1703 auf Raub gegangen; Mrva nennt „etwa 1704“26. Beide Angaben fallen in die ersten Jahre des Rákóczi-Aufstands (1703–1711). Mrva beschreibt, wie der achtjährige Kuruzenkrieg das Räuberwesen auf „bis dahin unbekannte Ausmaße“ anwachsen ließ: Bauern, die in die Komitatsregimenter eingezogen wurden, desertierten und gingen in die Wälder6.

Bytča: Der Gefangene und sein Wächter

Irgendwann wurde Uhorčík gefasst und im Schloss Bytča (dt. Großbitsch), dem einstigen Schloss der Familie Thurzó, eingekerkert. Dort tat nach 1708 ein junger Soldat in kaiserlichen Diensten Wachdienst: Juraj Jánošík, der zuvor bei den Kuruzen gekämpft hatte57. Laut dem Prozessprotokoll erwies Jánošík dem Häftling kleine Gefälligkeiten7.

Innenhof des Schlosses Bytča, ein junger Wächter mit Muskete von hinten neben einem vergitterten Kellerfenster
In Bytča begegneten sich der gefangene Räuber Tomáš Uhorčík und der Wachsoldat Juraj Jánošík (Illustration). KI-Illustration, keine historische Abbildung

1710 kauften Jánošíks Eltern – die meisten Quellen sagen: sein Vater – den Sohn aus dem Militärdienst frei57. Im selben Jahr kam auch Uhorčík aus dem Gefängnis heraus. Wie, ist eine der offenen Fragen dieser Geschichte.

Umstritten Half Jánošík bei der Flucht? Marián Liščák vom Kysuce-Museum und die englische Wikipedia schreiben, Jánošík habe Uhorčík im (Spät-)Herbst 1710 zur Flucht verholfen110. Die slowakische Wikipedia, die sich auf Andrej Melicherčík stützt, hält dagegen fest, es sei nicht bekannt, wie Uhorčík entkam7. Der Historiker Miroslav Nemec formuliert nur, Uhorčík sei „im selben Jahr“ aus dem Gefängnis gekommen5. Eine aktive Fluchthilfe ist damit möglich, aber nicht belegt.

Die Anwerbung in Terchová (1711)

Im Herbst 1711 suchte Uhorčík Jánošík in Terchová auf und gewann ihn für seine Bande. Um Michaeli, den 29. September 1711, legte Jánošík den Räubereid ab; der erste gemeinsame Zug führte nach Mähren, wo Leinwand erbeutet wurde7. Der Wortlaut des Eides ist über Melicherčík überliefert:

„Prisahám večnému Bohu, Svätej Trojici, Panenke Márii a všetkým božím svätým, že svojich tovarišov nevyzradím, neoklamem a neopustím ani v šťastí ani v nešťastí. Tak mi Pánboh pomáhaj!“ – „Ich schwöre dem ewigen Gott, der Heiligen Dreifaltigkeit, der Jungfrau Maria und allen Heiligen Gottes, dass ich meine Gefährten nicht verrate, nicht betrüge und nicht verlasse, weder im Glück noch im Unglück. So wahr mir Gott helfe!“7

Schon am 5. Oktober 1711 überfiel die Bande den Žilinaer (dt. Sillein) Bürger Ján Šipoš und raubte Tuch und Leinen. Die Ware wurde verkauft, und 70 Gulden aus dem Erlös wurden einem gewissen Stoliga geliehen7 – jenem Mann, dessen Tochter Uhorčík bald heiraten sollte.

Heirat und neues Leben als „Martin Mravec“

Noch vor dem Winter 1711 heiratete Uhorčík die Tochter des Schäfers Stoliga aus Jablunkov (dt. Jablunkau) im Teschener Schlesien57. Dann zog er weit nach Süden, nach Klenovec im damaligen Komitat Kleinhont (slowak. Malohont), und ließ sich dort unter dem Namen Martin Mravec nieder57. Die Führung der Bande ging an Jánošík über, der nun als hajtman oder Kapitän auftrat7.

Belegt Ein Mann, zwei Namen. „Martin Mravec“ ist kein eigener Räuber, sondern der Deckname Tomáš Uhorčíks. Der Archivar Peter Vítek (Staatsarchiv Bytča) führt beide Namen als eine Person; das Verfahren gegen ihn steht im Liptauer Protokollband 1710–1717 unmittelbar hinter dem Jánošíks63.

Ganz aus dem Räubermilieu verschwand Uhorčík damit nicht. Klenovec wurde zu einem Stützpunkt, an dem Jánošík immer wieder auftauchte. Nach Uhorčíks späterer Aussage gab oder lieh Jánošík Leuten in Klenovec acht beziehungsweise zehn Goldstücke3. Im Winter 1712 versteckte sich Jánošík drei Wochen lang beim Bauern Ondrej Kovalčík im benachbarten Kokava78. Wie eng das Netz war, zeigt ein späteres Urteil: Am 24. Mai 1713 ließ das Herrschaftsgericht Teplička nad Váhom Martin Hatala alias Bartoviech aus Klenovec und Ján Mikulčík aus Polen enthaupten, weil sie mit Jánošík und Uhorčík Umgang gehabt hatten6.

Erste Verhaftung: Hrachovo, Herbst 1712

Im Herbst 1712 wurde das Doppelleben brüchig. Nach einem Überfall auf Kaufleute aus Banská Bystrica (dt. Neusohl) im Komitat Kleinhont wurden Jánošík und „Mravec“ in Klenovec festgenommen und im Herrenhaus von Hrachovo festgehalten, wo das Komitat seine Verfahren führte72. Die slowakische Wikipedia nennt als Datum den 26. Oktober 1712, die Gemeinde Klenovec und Liščák sprechen allgemein vom Oktober 1712321.

Die beiden kamen wieder frei: Sie konnten nachweisen, an diesem Überfall nicht beteiligt gewesen zu sein, und der Vizegespan von Kleinhont, Pavol Láni, setzte sich für sie ein. Zum Dank sollen sie den „Herren vom Komitat“ Fuchsfelle und Käse geschickt haben78. Miroslav Nemec weist darauf hin, dass sogar Leumundszeugnisse „für die Unschuld Uhorčíks und Jánošíks“ ausgestellt wurden – ein Beispiel dafür, wie wenig solche Bescheinigungen taugten6.

Legende Die Flucht aus Hrachovo. In der Volksüberlieferung – und noch in manchen heutigen Darstellungen – entkommt Jánošík aus Hrachovo. Die Quellen sprechen dagegen von einer Freilassung7.

Die Verhaftung in Klenovec und der Prozess

Die zweite Festnahme war endgültig. Haiducken des Komitats Liptau fassten Jánošík im Haus Uhorčíks in Klenovec562. Die slowakische Wikipedia nennt, gestützt auf Melicherčík und Antolová, etwa 25 bis 30 Bewaffnete unter dem Adligen Andreánsky; die Suche sei von Liptau aus unter Emerich Kubínyi organisiert worden7. Die Stelle heißt im Ort bis heute „Mravcov vŕšok“, Mravec-Hügel38.

Wann das geschah, ist umstritten: Nemec datiert die Verhaftung „um die Jahreswende 1712/1713“, die Gemeinde Klenovec und die Historikerin Diana Duchoňová nennen „Anfang März 1713“529. Ivan Houdek bemerkte bereits 1929, dass die Gerichtsakten über das Wie und Wo der Festnahme überhaupt nichts enthalten6.

Am 16. und 17. März 1713 stand Jánošík in Svätý Mikuláš, dem heutigen Liptovský Mikuláš (dt. Liptau-Sankt-Nikolaus), vor dem Komitatsgericht. Bemerkenswert ist, was er über seinen alten Hauptmann sagte: Uhorčík sei im Kremnitzer Gebirge gestorben7. Damit schützte er „Mravec“, der zu diesem Zeitpunkt im selben Gewahrsam saß7. Ob aus Treue zum Eid oder aus Kalkül, sagt keine Quelle.

Die Tarnung hielt nicht. Uhorčíks wahre Identität wurde aufgedeckt, und er stand selbst vor dem Liptauer Gericht65. Wie genau man ihn entlarvte – durch Zeugen, Mitgefangene oder Unterlagen aus dem Komitat Trenčín –, geben die für diese Seite geprüften Darstellungen nicht im Einzelnen wieder. Fest steht der Ort der Überlieferung: Das Verfahren gegen ihn ist im Protocollum I. Comitatus Liptoviensis 1710–1717 auf den Seiten 568–573 und 577–578 eingetragen, direkt nach Jánošíks Fall auf den Seiten 563–567. Der Band liegt heute im Staatsarchiv Žilina mit Sitz in Bytča6.

Ein kurzes Leben: Juraj Jánošík 1688–1713
16901695170017051710ZeitgeschehenJánošíkRákóczi-Aufstand 1703–1711Pest 1709–1714TrenčínFriedenKindheit und Jugend in TerchováRäuberTaufeSchwur1. FestnahmeHinrichtungKindheit und Jugend in TerchováKuruzeWache BytčadaheimRäuberProzess
Räuber war Jánošík nur rund anderthalb seiner 25 Lebensjahre. Gestrichelt: Datum oder Umstand umstritten. Quellen: Taufregister Varín; Prozessakten Liptau 1713 (Staatsarchiv Bytča); Vítek 2014; Nemec 2022.

Urteil und Hinrichtung: das Rad

Nach Liščák begann das Verfahren gegen Uhorčík am 19. April 1713; zwei Tage später, am 21. April 1713, wurde er hingerichtet1. Auch die slowakische Wikipedia nennt den 21. April3. Das Urteil lautete auf das Rädern. Die tschechische Wikipedia präzisiert, er sei „vom Hals her“ gerädert worden – also in der Form, die einen raschen Tod bedeutete43.

Die Strafe entsprach dem ungarischen Recht. Das Tripartitum Werbőczys sah für Diebe den Galgen vor, für Räuber aber Pfahl oder Rad: „fures scilicet patibulo; praedones vero palo, vel rota“6. Jánošík war zum Aufhängen am Haken verurteilt worden, Uhorčík zum Rad – zwei Varianten derselben harten Linie gegen das Räuberwesen.

Umstritten Wo starb Uhorčík? Die slowakische Wikipedia verlegt die Hinrichtung nach Klenovec, vor sein eigenes Haus am Mravcov vŕšok3. Die tschechische Wikipedia nennt Liptovský Mikuláš als Sterbeort4. Für Liptau spricht, dass das Liptauer Komitatsgericht über ihn urteilte6; für Klenovec die örtliche Überlieferung, die den Hinrichtungsort mit seinem Haus verbindet. Ein Hinrichtungsprotokoll, das die Frage entscheiden würde, ist in den geprüften Quellen nicht nachgewiesen.

Schauplätze im Leben von Juraj JánošíkKleine FatraHohe TatraNiedere TatraPolenTschechienUngarnÖsterreichUkraineDonauWaag (Váh)Domaniža: Pfarrer Vrtík angeschossen (1712)Strečno: Zweiter Überfall auf Šipoš (1712)Východná: Überfall auf Frau von Schardon (1712)Terchová 1688Terchová: Geburtsort (getauft 1688)Varín 1688Varín: Pfarrei, TaufregisterTrenčín 1708?Trenčín: Schlacht 1708Bytča 1708–10Bytča (Burg/Schloss): Wachdienst, Begegnung mit UhorčíkHrachovo 1712Hrachovo: Erste Festnahme 1712Klenovec 1712/13Klenovec: Endgültige Festnahme 1713Liptovský Mikuláš 1713Liptovský Mikuláš: Prozess und Hinrichtung 1713LebensstationenÜberfall (Akten)Weg 1688–1713Kartendaten: Natural Earth; Flüsse © OpenStreetMap-Mitwirkende
Heutige Grenzen. 1713 gehörte das ganze Gebiet der Slowakei zum Königreich Ungarn. Rote Kreuze: in den Prozessakten genannte Überfälle.

Uhorčík und Jánošík im Überblick

Tomáš Uhorčík Juraj Jánošík
Herkunft Predmier (Turzovka), Kysuce3 Terchová, getauft 25. 1. 1688 in Varín7
Geboren um 167413 um Januar 16887
Räuber seit etwa 1703/170426 Herbst 17117
Rolle Hauptmann der Bande bis 17117 Hauptmann ab Winter 17117
Deckname „Martin Mravec“36 –
Prozess Liptau, April 171316 Liptau, 16./17. März 17137
Strafe Rädern, 21. 4. 17131 Haken, 17. oder 18. März 17137

In Legende und Film: der Mann im Schatten

In der Volkspoesie lebt Uhorčík weiter, allerdings als einer von vielen. Die Lieder und Erzählungen nennen ihn – auch in der Form „Uherčík“ – neben Ilčík, Hunka, Surovec, Adamčík, Hrajnoha und Gajdošík als Gefährten Jánošíks11. Nicht alle diese Namen gehörten zu Jánošíks historischer Bande. Uhorčík ist unter diesen Namen derjenige, dessen Rolle die Prozessakten am deutlichsten belegen: Er hat Jánošík angeworben7.

Legende Die Valaška entscheidet. Eine Überlieferung erzählt, Jánošík habe die Führung der Bande in einem Wettstreit mit der Valaška, dem langstieligen Hirtenbeil, gewonnen11. Die Akten erzählen eine nüchternere Geschichte: Der alte Hauptmann heiratete, zog nach Klenovec und überließ dem Jüngeren die Bande57.

Auch Literatur und Film rücken Jánošík ins Zentrum. Die großen Verfilmungen – vom ersten slowakischen Spielfilm 1921 über Martin Frič (1935) und Paľo Bielik (1963) bis zu Agnieszka Holland und Kasia Adamik (2009) – tragen alle Jánošíks Namen im Titel12. Welchen Raum sie Uhorčík im Einzelnen geben, ist in den für diese Seite geprüften Quellen nicht dokumentiert. Die Gewichtung aber ist eindeutig: Der Gründer der Bande wurde zur Nebenfigur seines eigenen Rekruten.

Historisch ist das ungerecht. Uhorčík raubte sieben bis acht Jahre, bevor Jánošík dazukam; er holte ihn aus Terchová, er gab ihm mit Klenovec einen Rückzugsort, und in seinem Haus endete Jánošíks Räuberzeit257. Ohne Tomáš Uhorčík gäbe es den Räuber Jánošík – und damit wohl auch den Volkshelden – vermutlich nicht.

Häufige Fragen

Wer war Tomáš Uhorčík?

Tomáš Uhorčík war ein Räuberhauptmann aus Predmier (heute Turzovka) in den Kysuce, geboren um 1674. Er führte eine Bande, in die er 1711 Juraj Jánošík aufnahm, und lebte danach unter dem Decknamen „Martin Mravec“ in Klenovec. 1713 wurde er in Liptau verurteilt und gerädert.137

Wie lernten sich Jánošík und Uhorčík kennen?

Sie trafen sich im Schloss Bytča, wo Uhorčík gefangen saß und Jánošík als Soldat in kaiserlichen Diensten Wache hielt. Laut Prozessprotokoll erwies Jánošík dem Gefangenen kleine Gefälligkeiten. Ob er ihm 1710 auch zur Flucht verhalf, ist umstritten.571

Wer war Martin Mravec?

„Martin Mravec“ war der Deckname, unter dem Tomáš Uhorčík nach seiner Heirat mit der Tochter des Schäfers Stoliga aus Jablunkov in Klenovec lebte. Es handelt sich nicht um einen eigenen Räuber, sondern um dieselbe Person.367

Wann und wie wurde Uhorčík hingerichtet?

Nach dem Historiker Marián Liščák wurde Uhorčík am 21. April 1713 gerädert, zwei Tage nach Beginn seines Verfahrens. Das Rädern erfolgte „vom Hals her“, also in der Form, die einen schnellen Tod bedeutete. Ob die Hinrichtung in Klenovec oder in Liptovský Mikuláš stattfand, ist umstritten.134

Wo wurde Jánošík verhaftet?

Nach der überwiegenden Literatur im Haus Uhorčíks in Klenovec, durch Haiducken des Komitats Liptau. Das Datum ist umstritten: um die Jahreswende 1712/13 oder Anfang März 1713. Die Gerichtsakten selbst schweigen über die Festnahme.5296

War Uhorčík der eigentliche Gründer von Jánošíks Bande?

Ja. Uhorčík raubte schon seit etwa 1703/1704 und warb Jánošík im Herbst 1711 an. Erst als Uhorčík sich nach Klenovec zurückzog, wurde Jánošík Hauptmann der Gruppe.267

Quellen

  1. Všetkým známy a predsa nepoznaný príbeh Tomáša Uhorčíka – Marián Liščák (Kysucké múzeum), mojeKysuce.sk [sk]
  2. Historické osobnosti – Obec Klenovec [sk]
  3. Tomáš Uhorčík – Wikipédia (sk) [sk]
  4. Tomáš Uhorčík – Wikipedie (cs) [cs]
  5. Bol Jánošík väznený v kaštieli Vranovo? (Historický časopis 70/1, s. 143–152) – Miroslav Nemec, Historický ústav SAV (2022) [sk]
  6. Zbojníctvo na Slovensku. Zborník z vedeckej konferencie, Liptovský Mikuláš 4. 11. 2013 – Miroslav Nemec, Peter Vítek (eds.), Spolok Slovákov v Poľsku (2014) [sk]
  7. Juraj Jánošík – Wikipédia (sk) [sk]
  8. Kokava nad Rimavicou: V rázovitej slovenskej obci kedysi slúžil Jánošík – rimava.sk [sk]
  9. Hrdina alebo zlodej? Jánošík lup chudobe nerozdával, tvrdia historici – noviny.sk (2018) [sk]
  10. Juraj Jánošík – Wikipedia (en) [en]
  11. Jánošíkovská legenda na Slovensku (bakalářská práce) – Jana Hrajnohová, Univerzita Karlova (2010) [cs]
  12. jánošíkovská tradícia – Encyclopaedia Beliana, Encyklopedický ústav SAV [sk]

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